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Drittes Quartal 2020: Verdopplung KfW-Fördervolumen durch Corona-Hilfe; Rückkehr in die Gewinnzone

Frankfurt am Main (ots) — Anstieg des KfW-Fördervolumens auf historisch hohe 109,1 Mrd. EUR
– Höchstes Zusagevolumen im Inland von 89,8 Mrd. EUR
– 45,4 Mrd. EUR Zusagen für Corona-Hilfsprogramme
– 97 % der Anträge auf Corona-Hilfe kommen KMU zugute, Gewerbe und Handel stark vertreten
– Großes Interesse an energieeffizienter Wohnraumfinanzierung
– 1 Mrd. EUR Zusagen in der Corona-Hilfe für Entwicklungs- und Schwellenländer
– Konzerngewinn von 145 Mio. EUR Das Ausnahmejahr setzt sich fort: Die KfW Bankengruppe hat in den ersten neun Monaten 2020 eine Verdopplung des Fördervolumens gegenüber demselben Zeitpunkt des Vorjahres auf historisch hohe 109,1 Mrd. EUR (Vorjahreszeitraum 53,5 Mrd. EUR, +104 %) verzeichnet. Das Zusagevolumen im inländischen Fördergeschäft hat sich aufgrund der starken Nachfrage nach der KfW-Corona-Hilfe sogar nahezu verdreifacht (89,8 Mrd. EUR; Vorjahreszeitraum 31,6 Mrd. EUR, +184 %). Auch die Nachfrage nach energieefizienter Wohnraumfinanzierung erfuhr einen ernormen Anstieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (19,5 Mrd. EUR; Vorjahreszeitraum 8,7 Mrd. EUR). Die Zusagen des Geschäftsfelds KfW Capital entwickelten sich aufgrund des Anstiegs des ERP-Venture Capital-Fondsinvestments und der Zusagen im Rahmen der Start-up-Hilfen des Bundes stark (773 Mio. EUR; Vorjahreszeitraum 103 Mio. EUR). In der Export- und Projektfinanzierung lagen die Zusagen aufgrund der Auswirkungen der Coronakrise auf den Welthandel wie erwartet unter dem Vorjahresniveau (14,8 Mrd. EUR; Vorjahreszeitraum 17,5 Mrd. EUR). Die Förderung der Entwicklungs- und Schwellenländer ist auf 4,5 Mrd. EUR (3,5 Mrd. EUR) gestiegen, geprägt duch die posititive Entwicklung des Geschäftsbereichs KfW Entwicklungsbank mit einem Zusagevolumen von 3,7 Mrd. EUR (2,6 Mrd. EUR). Die DEG hat Finanzierungen in Höhe von 0,8 Mrd. EUR (0,9 Mrd. EUR) zugesagt. Das Geschäftsjahr 2020 der KfW wird maßgeblich von den Programmen der KfW- Corona-Hilfe geprägt, die die KfW im Auftrag der Bundesregierung und in enger Zusammenarbeit mit der deutschen Kreditwirtschaft umsetzt. Bis zum 30.09.2020 sind etwa 90.000 Kreditanträge eingegangen. Ein Fördervolumen mit 45,4 Mrd. EUR wurde zugesagt. Rund 97 % der Anträge kamen von kleinen und mittleren Unternehmen, 99 % davon waren Kredite mit einem Volumen bis 3 Mio. EUR. Damit profitiert vor allem der deutsche Mittelstand von der KfW-Corona-Hilfe. Aktuell liegt die Zahl der Anträge bei 95.000. 99 % davon sind bereits abschließend bearbeitet worden. Die Zusagen haben ein Volumen von 45,6 Mrd. EUR erreicht. Aus den Hilfen des Bundes für Start-up-Unternehmen in Deutschland sind bislang insgesamt rund 1,4 Milliarden Euro für rund 650 junge wachstumsorientierte Unternehmen bewilligt worden. Über die Säule 1, zu der u.a die „Corona Matching-Fazilität“ gehört und die über KfW Capital und den Europäischen Investitionsfonds (EIF) abgewickelt wird, wurden bisher 38 Anträge von VC-Fonds mit einem Volumen von rund 850 Mio EUR bewilligt. Die Fonds wollen damit rund 350 Start-ups finanzieren. Aus der Säule 2 hat die KfW selbst inzwischen Verträge über Globaldarlehen an die Förderinstitute der Länder in Höhe von rund 522 Mio. EUR abgeschlossen, die daraus Förderprogramme für Start-ups in ihren jeweiligen Regionen bereitstellen. Die Mittel aus der Säule 2 stehen damit bundesweit zur Verfügung. Aus den von der KfW bereit gestellten Mitteln ist bereits ein Volumen von rund 100 Mio. EUR zugesagt, von dem aktuell rund 300 Start-ups profitieren. Eine weitere Corona-Hilfe ist der KfW-Studienkredit, der bis zum 31.03.2021 zum Nullzins angeboten wird und für diesen Zeitraum auch für Studenten aus dem Ausland geöffnet wurde. Seit dem Start der zinslosen Phase Anfang Mai 2020 haben rund 36.500 Studierende Kredite mit einem Fördervolumen von mehr als 1,1 Mrd. EUR beantragt, mehr als das Doppelte an Anträgen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Davon bereits zugesagt sind aktuell rund 28.000 Kredite mit einem Volumen von rund 865 Mio. EUR. Im Rahmen des Corona-Sofortprogramms für Entwicklungs- und Schwellenländer sind zum Ende des dritten Quartals rund 1 Mrd. EUR, aktuell sogar etwas mehr als 1,5 Mrd. EUR zusagt worden. Diese Mittel dienen vor allem zur Gesundheits- und Pandemiebekämpfung, Grundversorgung und sozialen Sicherung, Absicherung von Unternehmen in wirtschaftlichen Schlüsselsektoren und der Liquidität von Entwicklungs- und Schwellenländern. „Die KfW hat ihre Förderleistung verdoppelt und wird damit in diesem Ausnahmejahr ein Rekordvolumen erreichen. Die aktuellen Förderzahlen spiegeln den enormen Kraftakt wider, den wir gemeinsam mit der Politk und der deutschen Kreditwirtschaft bisher geleistet haben, um die Wirtschaft im Kampf gegen die Folgen der Pandemie zu unterstützen. Dies gibt Anlass zur Zuversicht, allerdings nur dann, wenn unsere gesamte Gesellschaft sich an die von Bund und den Ländern beschlossenen Maßnahmen hält, um die Pandemie wirksam einzudämmen“, sagte Dr. Günther Bräunig, Vorstandsvorsitzender der KfW Bankengruppe. Die Ertragslage des KfW-Konzerns hat sich insgesamt deutlich verbessert, aber die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben unverändert großen Einfluss auf die Profitabilität. Zum 30.09.2020 bestehen weiterhin wesentliche Belastungen im Bewertungsergebnis, Teile der Belastungen aus dem ersten Halbjahr konnten jedoch aufgelöst werden. Dies betraf insbesondere die gebildeten Abschläge bei den Beteiligungsengagements. Die Risikovorsorge blieb mit -784 Mio. EUR nahezu unverändert im Vergleich zum Vorquartal (30.06.2020: -781 Mio. EUR). Demgegenüber steht ein sehr gutes operatives Ergebnis, sodass der Konzern wieder in die Gewinnzone zurückkehrt und einen Gewinn in Höhe von 145 Mio. EUR ausweist. Dieser liegt pandemiebedingt jedoch deutlich unter dem Konzerngewinn des Vorjahres von 1.245 Mio. EUR. Das Betriebsergebnis vor Bewertungen verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr mit 1.426 Mio. EUR um 10 %, während das Bewertungsergebnis die Ertragslage mit rund 1,3 Mrd. EUR belastete. Von diesen 1,3 Mrd. EUR sind knapp 1 Mrd. EUR den Auswirkungen der Corona-Krise zuzurechnen. „Die Ertragslage der KfW hat sich im dritten Quartal 2020 positiv entwickelt. Das weiterhin erfreuliche operative Ergebnis sowie die gleichzeitig rückläufigen Belastungen im Bewertungsergebnis führten dazu, dass die KfW zum 30.09.2020 wieder einen Konzerngewinn ausweisen kann“, sagt Dr. Bräunig. Das Betriebsergebnis vor Bewertungen (vor Förderaufwand) betrug 1.426 Mio. EUR und lag damit über dem Vorjahr (1.295 Mio. EUR). Der Zinsüberschuss (vor Förderaufwand) lag mit 1.936 Mio. EUR leicht über Vorjahresniveau (1.851 Mio. EUR) und stellt unverändert die wesentliche Ertragsquelle der KfW dar. Das Provisionsergebnis übertraf mit 450 Mio. EUR den Vorjahreswert von 387 Mio. EUR deutlich. Das Betriebsergebnis wurde zusätzlich begünstigt durch die stabile Entwicklung des Verwaltungsaufwands, der trotz Umsetzung der Corona-Hilfen mit 960 Mio. EUR nur knapp über dem des Vorjahres lag (944 Mio. EUR). Im aktuellen Zinsumfeld war der Bedarf an Zinsverbilligungsleistungen weiter niedrig. In der Folge bewegte sich der zu Lasten der eigenen Ertragslage erbrachte Förderaufwand im Inlandsgeschäft – im Wesentlichen Zinsverbilligungen des Neugeschäfts – mit 71 Mio. EUR unverändert auf einem sehr niedrigen Niveau (101 Mio. EUR).


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Das Bewertungsergebnis ist weiterhin stark geprägt durch die ökonomischen Auswirkungen der Corona-Pandemie, die in den ersten drei Quartalen 2020 signifikant zu dem Risikovorsorgeergebnis im Kreditgeschäft in Höhe von insgesamt -784 Mio. EUR (-45 Mio. EUR) beigetragen haben. Gegenüber dem ersten Halbjahr konnte die KfW einen leichten Rückgang der Corona-bedingten Risikovorsorge in Höhe von 34 Mio. EUR auf -553 Mio. EUR verzeichnen. Die Nettoergebnisbelastungen per 30.09.2020 betreffen weiterhin in erster Linie die Vorsorge für Performing Loans sowie in Einzelfällen für ausgefallene Kreditengagements. Weitere Belastungen aus durch den aktuellen Pandemieverlauf erwarteten individuellen Ausfällen im vierten Quartal sollen durch die bereits antizipierte pauschale Risikovorsorge in Höhe von 421 Mio. EUR abgemildert werden. Das Bewertungsergebnis aus dem Beteiligungsportfolio in Höhe von -366 Mio. EUR ist durch das Geschäftsfeld Förderung Entwicklungs- und Schwellenländer getrieben. Die coronabedingten Belastungen betrugen -425 Mio. EUR. Im dritten Quartal konnten bis dahin pauschale Bewertungen im Rahmen von Einzelbewertungen der Engagements zurückgenommen werden. Die Wertaufholungen gegenüber dem ersten Halbjahr beliefen sich auf 169 Mio. EUR.

Die coronabedingten Bewertungseffekte führten zu latenten Steuererträgen, sodass sich das Ertragssteuerergebnis auf +59 Mio. EUR (-34 Mio. EUR) beläuft.

Rein IFRS-bedingte Bewertungseffekte aus Derivaten, die zu Sicherungszwecken eingesetzt werden, belasteten die Ertragslage mit 105 Mio. EUR (-9 Mio. EUR). Das für die Steuerung der KfW relevante Konzernergebnis vor IFRS-Effekten aus Sicherungszusammenhängen betrug 251 Mio. EUR und hat sich damit gegenüber dem ersten Halbjahr 2020

(-392 Mio. EUR) wieder verbessert. Pandemiebedingt lag das Ergebnis vor IFRS-Effekten aus Sicherungszusammenhängen jedoch deutlich unter dem Niveau des Vorjahres (+1.255 Mio. EUR).

Die Bilanzsumme ist aufgrund der Auszahlungen im KfW Sonderprogramm 2020 sowie einem Anstieg des Zentralbankguthabens in den ersten drei Quartalen auf 554,7 Mrd. EUR angestiegen (gegenüber 506,0 Mrd. EUR per 31.12.2019). Das bilanzielle Eigenkapital belief sich gegenüber dem 31.12.2019 unverändert auf 31,4 Mrd. EUR. Das Engagement der KfW zur Bekämpfung der pandemiebedingten Auswirkungen auf die Wirtschaft zeigt sich neben dem erhöhten Kreditvolumen auch in den stark angestiegenen unwiderruflichen Kreditzusagen, die wesentlich zum Anstieg des Geschäftsvolumens auf 687,4 Mrd. EUR (31.12.2019: 610,7 Mrd. EUR) geführt haben.

Die aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalquoten des Konzerns bewegen sich weiterhin auf einem guten Niveau. Die Gesamtkapitalquote beträgt per 30.09.2020 24,0 % (30.06.2020: 23,7 %).

Ergebnisse der Förderaktivitäten im Einzelnen

Mit einem Fördervolumen von 69,5 Mrd. EUR per 30.09.2020 bewegte sich das Neugeschäft des Geschäftsfelds Mittelstandsbank & Private Kunden auf Höchstniveau (26,4 Mrd. EUR). Innerhalb des gewerblichen Segments Mittelstandsbank mit 41,7 Mrd. EUR (11,4 Mrd. EUR) ist dieser massive Anstieg insbesondere auf die Zusagen in den Corona-Hilfsprogrammen in Höhe von 32,3 Mrd. EUR zurückzuführen.

– Der Förderschwerpunkt Gründung & Unternehmensinvestitionen erreichte 35,3 Mrd. EUR (5,2 Mrd. EUR). Haupttreiber waren weiterhin der KfW-Unternehmerkredit mit Zusagen in Höhe von 26,9 Mrd. EUR (26,1 Mrd. EUR davon aus dem Corona-Sonderprogramm) sowie der KfW-Schnellkredit mit 5,0 Mrd. EUR.
– Im Schwerpunkt Energieeffizienz & Erneuerbare Energien lagen die Neuzusagen mit 5,8 Mrd. EUR auf Vorjahresniveau (5,8 Mrd. EUR). Dabei kompensierte das KfW-Programm Erneuerbare Energien mit einer gestiegenen Nachfrage von 2,8 Mrd. EUR (1,6 Mrd. EUR) das ausgelaufene Energieeffizienzprogramm Abwärme (1,0 Mrd. EUR) und das mit 0,4 Mrd. EUR (0,9 Mrd. EUR) weniger nachgefragte Energieeffizienzprogramm Produktion.
– Der Förderschwerpunkt Innovation erzielte Zusagen von 0,6 Mrd. EUR (0,4 Mrd. EUR). Dies basierte vor allem auf einem deutlichen Anstieg der Nachfrage im ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit auf 0,6 Mrd. EUR (0,3 Mrd. EUR) nach der Einführung eines Förderzuschusses im Februar. Die Förderung kommt insbesondere mittelgroßen Unternehmen zur Finanzierung von Digitalisierungsprojekten sowie der Umsetzung von Innovationen in Wachstum zugute und unterstützt somit auch die Überwindung der Corona-Krise. Mit 27,8 Mrd. EUR erreichte das Segment Private Kunden per 30.09.2020 ebenfalls ein Fördervolumen, das deutlich über dem Vorjahresergebnis liegt (15,0 Mrd. EUR).

– Einen wesentlichen Beitrag leistete hierzu der Förderschwerpunkt Energieeffizienz & Erneuerbare Energien mit 19,5 Mrd. EUR (8,7 Mrd. EUR). Dabei führten die im Januar verbesserten Förderkonditionen (vor allem die Anhebung der Tilgungszuschüsse um bis zu 15 Prozentpunkte) zu einer weiterhin spürbaren Nachfragebelebung. Die Programme fördern Investitionen in den energetisch hochwertigen Neubau sowie die energieeffiziente Sanierung von Bestandsimmobilien und unterstützen damit die Klimaziele der Bundesregierung.
– Die Zusagen im Bereich Wohnen erreichten mit 6,5 Mrd. EUR (5,0 Mrd. EUR) ebenfalls ein erfreuliches Niveau, in dem sich die trotz Corona-Krise anhaltend solide Baukonjunktur widerspiegelt.
– Der Förderschwerpunkt Bildung erzielte Zusagen in Höhe von 1,7 Mrd. EUR (1,3 Mrd. EUR). Der deutliche Anstieg im Vergleich zum Vorjahr ist vor allem auf Produktanpassungen im KfW-Studienkredit (Nullzins und Erweiterung des Antragstellerkreises) im Rahmen der Corona-Hilfsmaßnahmen zurückzuführen. Somit werden die Hilfen zur Förderung von Hochschulabsolventen in der Corona-Krise gut angenommen. Im Geschäftsfeld Individualfinanzierung & Öffentliche Kunden lag das Zusagevolumen mit 19,5 Mrd. EUR sehr deutlich über dem Vorjahreswert von 5,1 Mrd. EUR. Auch diese Entwicklung ist maßgeblich auf die Zusagen aus den Corona-Hilfsprogrammen zurückzuführen.

Die Individualfinanzierung Unternehmen wird durch das hohe Zusagevolumen des Konsortialkredits Corona-Hilfe geprägt. Bei einem Gesamtvolumen von 12,6 Mrd. EUR (0,2 Mrd. EUR) wurden innerhalb des Sonderprogramms bis zum Stichtag 11,7 Mrd. EUR an mittlere und große Unternehmen zugesagt. Hierin sind zwischenzeitlich erfolgte Verzichte und Kreditkürzungen von 2,7 Mrd. EUR bereits abgezogen.

Die Förderung für Kommunale & Soziale Infrastruktur zeigte mit einem Zusagevolumen von 3,1 Mrd. EUR ebenfalls einen Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum (2,6 Mrd. EUR). Treiber dieser Entwicklung sind die Globaldarlehen an Landesförderinstitute zugunsten gemeinnütziger Unternehmen als Teil der Corona-Hilfsprogramme mit Zusagen von 0,3 Mrd. EUR. Dazu tragen außerdem sowohl die Basisprogramme für Kommunen sowie kommunale und soziale Unternehmen als auch die Programme zur Unterstützung der Energiewende im kommunalen Bereich zum Volumenanstieg bei.

Die Individualfinanzierung Banken & Landesförderinstitute erreichte mit einem Zusagevolumen von rund 3,8 Mrd. EUR eine deutliche Steigerung zum Vorjahreszeitraum (2,2 Mrd. EUR). Maßgeblich ist hier die auf 2,2 Mrd. EUR gestiegene Nachfrage nach Allgemeiner Refinanzierung der Landesförderinstitute (1,0 Mrd. EUR) sowie Globaldarlehen an Landesförderinstitute für Start-Ups im Rahmen der Corona-Hilfsprogramme in Höhe von 0,5 Mrd. EUR.

Die Zusagen des Geschäftsfelds KfW Capital beliefen sich in den ersten drei Quartalen des Jahres 2020 auf rund 773 Mio. EUR (inkl. EIF-Zusagen im Rahmen des Corona Maßnahmenpakets für Start-ups). Bisher wurden in diesem Jahr mit Unterstützung des ERP-Sondervermögens im Programm „ERP-Venture Capital-Fondsinvestments“ 11 VC-Fondsinvestments mit einem Volumen von rd. 172 Mio. EUR zugesagt (Vorjahreszeitraum: 102 Mio EUR; + 69 %). Zusätzlich führte KfW Capital – gemeinsam mit dem EIF – die Säule 1 der Start-ups-Hilfen des Bundes durch, zu der u.a. die Corona Matching Fazilität gehört. Per 30.9. wurden in der Säule 1 bisher 599 Mio EUR vertraglich zugesagt.

Bei der KfW IPEX-Bank, die das Geschäftsfeld Export- und Projektfinanzierung verantwortet, und Finanzierungen zur Förderung von Wettbewerbsfähigkeit und Internationalisierung deutscher und europäischer Unternehmen bereitstellt, schlugen sich die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Welthandel und große Teile der gesamten Weltwirtschaft wie erwartet nun stärker im Neugeschäft nieder. Mit einem Neuzusagevolumen von insgesamt 14,8 Mrd. EUR lag sie unter dem Niveau des Vorjahreszeitraumes (17,5 Mrd. EUR). Im weiteren Jahresverlauf rechnet die KfW IPEX-Bank weiterhin mit Neugeschäft deutlich unterhalb des Vorjahresniveaus. Zum Neugeschäftsvolumen haben alle Geschäftssparten beigetragen, hervorzuheben ist die Geschäftssparte Energie und Umwelt mit 2,5 Mrd. EUR (2,3 Mrd. EUR).

Das Zusagevolumen im Geschäftsfeld Förderung der Entwicklungs- und Schwellenländer lag bei 4,5 Mrd. EUR (3,5 Mrd. EUR). Dabei haben sich die Zusagen des Geschäftsbereichs KfW Entwicklungsbank im dritten Quartal deutlich erhöht und erreichten 3,7 Mrd. EUR (2,6 Mrd. EUR). Der überwiegende Teil der Haushaltsmittel – 918 Mio. EUR – und damit etwa die Hälfte der Gesamtzusagen ging an Länder in Afrika und dem Nahen Osten. Für das Gesamtjahr 2020 wird ein substanziell höheres Zusagevolumen als im Vorjahr erwartet. Ursächlich dafür ist insbesondere die Beteiligung der KfW an der Umsetzung des Corona-Sofortprogramms für Entwicklungs- und Schwellenländer im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Mit Zusagen von rund 1 Mrd. EUR zum 30.09.2020 konnte schon ein beträchtlicher Teil des Programmvolumens umgesetzt werden. Ein wichtiges Ziel der Coronahilfe für Entwicklungs- und Schwellenländer ist es, die Pandemiebekämpfung mit der Förderung innovativer Investitionen etwa im Bereich Green Recovery zu verbinden, um die Grundlagen nachhaltiger Entwicklung über die Pandemie hinaus zu stärken.

Zum 30.09.2020 lagen die neu zugesagten Finanzierungen der DEG für Investitionen privater Unternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländern bei 784 Mio. EUR (869 Mio. EUR). Unter global weiterhin fordernden Rahmenbedingungen konnten davon 322 Mio. EUR direkt für Vorhaben der Unternehmen in Entwicklungsländern bereitgestellt werden. Weitere 307 Mio. EUR gingen an Finanzinstitute in Entwicklungsländern, die damit insbesondere lokale KMU mit Krediten versorgen. Als verlässlicher Partner von Unternehmen gerade auch in der Corona-Pandemie hat die DEG über Covid-19-Response-Angebote und -Beratungen 2020 zudem bereits rund 200 spezifische Maßnahmen von Unternehmen unterstützt, etwa zur Umsetzung von Gesundheitsmaßnahmen.

Das Geschäftsfeld Finanzmärkte hat in den ersten drei Quartalen des Jahres 2020 für das Green-Bond-Portfolio in Wertpapiere zur Förderung von Klima- und Umweltschutzprojekten im Volumen von rund 323 Mio. EUR investiert.

Zur Refinanzierung ihres Fördergeschäftes nahm die KfW per 30.09.2020 langfristige Mittel im Gegenwert von 57,25 Mrd. EUR in 14 verschiedenen Währungen an den internationalen Kapitalmärkten auf. Für die Refinanzierung des Sonderprogrammes des Bundes steht der KfW über den bundeseigenen Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) eine neue Refinanzierungsquelle zur Verfügung, welche bis zu einer Höhe von maximal 100 Mrd. EUR in Anspruch genommen werden kann. Über das gesamte dritte Quartal 2020 erfolgte in unterschiedlichen Tranchen erstmals eine Refinanzierung über den WSF in Höhe von 28,18 Mrd. EUR. Die unterstützenden Rahmenbedingungen ermöglichen es der KfW, auch im vierten Quartal attraktive Refinanzierungsergebnisse in ihrer Heimatwährung, dem Euro zu erzielen. In Abhängigkeit der Marktentwicklung wird dies durch Emissionen in Fremdwährungen ergänzt.

Erfolgskennzahlen 01.01.2020 – 01.01.2019 –
(in Mio. EUR) 30.09.2020 30.09.2019 Betriebsergebnis vor 1.426 1.295
Bewertungen
(vor Förderaufwand) Förderaufwand 71 101 Konzerngewinn 145 1.245 Konzerngewinn vor IFRS-Effekten
aus Sicherungszusammenhängen 251 1.255 Bilanzkennzahlen (in Mrd. EUR) 30.09.2020 31.12.2019 Bilanzsumme 554,7 506,0 Bilanzielles Eigenkapital 31,4 31,4 Geschäftsvolumen 687,4 610,7 Aufsichtsrechtliche
Kennzahlen (in %) 1) 30.09.2020 30.06.2020 (Harte) Kernkapitalquote 23,8 23,5 Gesamtkapitalquote 24,0 23,7 1) Die ausgewiesenen Kapitalquoten berücksichtigen nicht das Zwischenergebnis des lfd. Jahres. Die KfW weist in ihren Eigenmitteln kein wesentliches Tier 2 Kapital aus, so dass (harte) Kernkapitalquote und Gesamtkapitalquote nahezu übereinstimmen.

Eine tabellarische Übersicht der Geschäfts- und Förderzahlen finden Sie unter: www.kfw.de/geschaeftszahlen (http://www.kfw.de/geschaeftszahlen)

KfW Geschäftsbericht online: www.kfw.de/berichtsportal (http://www.kfw.de/berichtsportal)

Pressekontakt:

KfW, Palmengartenstr. 5 – 9, 60325 Frankfurt
Kommunikation (KOM), Sybille Bauernfeind
Tel. +49 (0)69 7431 2038, Fax: +49 (0)69 7431 3266,
Sybille.Bauernfeind@kfw.de, Internet: www.kfw.de

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