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Corona-Pandemie: Mobilität in der Bevölkerung sinkt weiter / Rückgang der Mobilität in der Bevölkerung setzt sich in der zweiten Woche seit Beginn des Teil-Lockdowns am 2. November 2020 fort

WIESBADEN (ots) – In der zweiten Woche nach Inkrafttreten des Teil-Lockdowns zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist die durchschnittliche Mobilität in Deutschland gegenüber der Vorwoche um weitere 2,6 % gesunken (46. Kalenderwoche 2020 im Vergleich zur 45. Kalenderwoche). Wie eine Sonderauswertung experimenteller Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zeigt, lag die Mobilität in den beiden Wochen vom 2. bis 15. November 2020 im Durchschnitt 8,8 % unter dem Vorjahresniveau. Mobilität in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern gegenläufig zum Bundestrend In 14 von 16 Bundesländern gingen in diesem Zeitraum die Bewegungen im Vorjahresvergleich zurück. Am stärksten war der Mobilitätsrückgang in den Stadtstaaten Berlin und Hamburg mit gut einem Fünftel weniger Bewegungen als im Vorjahr (jeweils -21 %). Entgegen dem Bundestrend stieg die Mobilität in Brandenburg (12 %) und Mecklenburg-Vorpommern (8 %). Verlauf von Mobilität und 7-Tage-Inzidenz am Beispiel Berchtesgadener Land Mobilität kann ein Indikator für die Zahl sozialer Kontakte sein. Ein Mobilitätsrückgang in der Bevölkerung sollte demzufolge mit einer Abnahme der sozialen Kontakte und damit der Gefahr einer Erkrankung an Covid-19 einhergehen. Unter der Annahme, dass ein Rückgang der Mobilität mit einem Zeitverzug von 21 Tagen zu einer Verringerung der 7-Tage-Inzidenz führt, sollten die Mobilität vor 21 Tagen und die aktuelle Inzidenz gleichförmig verlaufen. Der geschätzte Zeitverzug basiert wiederum auf der Annahme, dass zwischen der Ansteckung mit dem Coronavirus bis zur Aufnahme einer positiv auf das Virus getesteten Person in die 7-Tage-Inzidenz etwa 21 Tage vergehen. Dass es diesen Zusammenhang geben kann, zeigt das Beispiel des Berchtesgadener Land: Dort trat bereits am 20. Oktober 2020 ein harter lokaler Lockdown in Kraft, die Mobilität sank in der Folge innerhalb weniger Tage auf ein Tiefstniveau. So ging die Mobilität im Landkreis vom 20. Oktober bis zum 27. Oktober um gut ein Drittel (-35 %) zurück. Dieser Mobilitätsrückgang ging rund drei Wochen später mit einem deutlichen Rückgang der Inzidenzwerte einher. Diese sanken von 236 Fällen pro 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner in den letzten 7 Tagen am 20. Oktober auf 143 Fälle am 10. November. Im bundesweiten Durchschnitt geht die Mobilität seit dem Inkrafttreten des flächendeckenden Teil-Lockdowns bisher vergleichsweise leicht zurück. Die 7-Tage-Inzidenz steigt zwar weiter an, allerdings weniger stark als vor dem 2. November 2020 – die Inzidenzkurve flacht ab. Ob der im Berchtesgadener Land beobachtete gleichförmige Verlauf von Mobilitätsveränderungen und dem Inzidenzwert auch im bundesweiten Maßstab bei bislang weniger harten Lockdown-Maßnahmen sichtbar wird, werden die kommenden Wochen zeigen. Wie sich die tägliche Mobilität in den einzelnen Landkreisen und kreisfreien Städten in der vergangenen Kalenderwoche verändert hat, zeigt eine interaktive Karte im Bereich „EXDAT – Experimentelle Daten“ auf der Website des Statistischen Bundesamtes. Das Angebot wird täglich aktualisiert und schrittweise erweitert.


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Methodische Hinweise:

Die Ergebnisse basieren auf einer Sonderauswertung anonymisierter und aggregierter Mobilfunkdaten, die das Statistische Bundesamt insbesondere hinsichtlich ihres Nutzens für die kleinräumige und aktuelle Abbildung der Bevölkerung und ihrer Mobilität untersucht (siehe www.destatis.de/exdat).

Mobilfunkdaten können einen Hinweis darauf geben, wie stark sich das Mobilitätsverhalten der Bürgerinnen und Bürger in sogenannten Corona-Hotspots nach Inkrafttreten von Beschränkungsmaßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie verändert. Dahinter steht die Annahme, dass mit einer Verringerung der Mobilität auch die Anzahl sozialer Interaktionen und somit die Ansteckungsgefahr zurückgehen.

Bei diesen experimentellen Daten handelt es sich um neue, innovative Projektergebnisse, die auf der Grundlage neuer Datenquellen und Methoden entstehen.

Im Reifegrad und in der Qualität unterscheiden sie sich von amtlichen Statistiken, insbesondere in Bezug auf Harmonisierung, Erfassungsbereich und Methodik.

Die vollständige Pressemitteilung sowie weitere Informationen und Funktionen sind im Internet-Angebot des Statistischen Bundesamtes unter https://www.destatis.de/pressemitteilungen zu finden.

Weitere Auskünfte:

Methoden der sekundären Datengewinnung,

Telefon: +49 (0) 611 / 75 42 84

www.destatis.de/kontakt

Pressekontakt:

Rückfragen an obigen Ansprechpartner oder an:
Statistisches Bundesamt

Pressestelle

Telefon: +49 611-75 34 44
www.destatis.de/kontakt

Original-Content von: Statistisches Bundesamt, übermittelt durch news aktuell

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