Der Verkauf eines Unternehmens ist ein einmaliges und oft entscheidendes Ereignis im Leben eines Unternehmers. Damit der Prozess reibungslos abläuft und der bestmögliche Preis erzielt wird, ist eine professionelle Unternehmensverkauf Beratung fast unverzichtbar. Doch viele Unternehmer fragen sich: Welche Kosten kommen dabei eigentlich auf mich zu?
Die Kosten hängen von mehreren Faktoren ab – unter anderem von der Größe des Unternehmens, der Komplexität des Verkaufs und den beteiligten Beratern. Im Folgenden geben wir einen Überblick und zeigen konkrete Beispiele aus der Praxis.
- Grundhonorar für den Berater
Viele Unternehmensberater verlangen ein fixes Grundhonorar, das bereits zu Beginn des Verkaufsprozesses fällig wird.
- Beispiel: Ein mittelständisches Produktionsunternehmen mit 50 Mitarbeitern beauftragt einen M&A-Berater. Das vereinbarte Grundhonorar liegt bei 10.000 €, um die ersten Analysen, eine Unternehmensbewertung und die Erstellung des Exposés abzudecken.
- Erfolgsabhängige Vergütung (Success Fee)
Der wichtigste Kostenblock ist meist die erfolgsabhängige Vergütung. Diese wird nur fällig, wenn der Verkauf tatsächlich abgeschlossen wird. Üblich sind 3–10 % des Verkaufspreises, abhängig von der Unternehmensgröße.
- Beispiel: Ein IT-Unternehmen wird für 5 Millionen € verkauft. Der Berater erhält eine Success Fee von 5 % = 250.000 €. Ohne erfolgreichen Abschluss wären keine weiteren Kosten entstanden. Bei einem Unternehmensverkauf spielen rechtliche und steuerliche Aspekte eine große Rolle.
- Kosten für Steuerberatung
Da der Unternehmensverkauf erhebliche steuerliche Folgen hat, ist die Einbindung eines Steuerberaters essenziell.
- Beispiel: Ein Familienunternehmen möchte steuerliche Freibeträge optimal nutzen. Der Steuerberater berechnet für seine Beratung und die steuerliche Strukturierung ein Honorar von 5.000–15.000 €, abhängig von der Komplexität.
- Juristische Beratung
Rechtsanwälte sind notwendig, um Verträge zu erstellen und rechtliche Risiken abzusichern.
- Beispiel: Beim Verkauf eines Handelsunternehmens mit internationalen Lieferverträgen übernimmt ein Anwalt die Vertragsgestaltung. Die Kosten liegen bei etwa 200 € pro Stunde; insgesamt summiert sich das Honorar auf 20.000 €.
- Kosten für Unternehmensbewertung
Auch wenn viele Berater die Bewertung im Paket anbieten, kann eine separate Bewertung durch Wirtschaftsprüfer sinnvoll sein.
- Beispiel: Ein Unternehmer möchte eine zweite Meinung einholen. Ein Wirtschaftsprüfer erstellt ein Bewertungsgutachten für 8.000 €.
- Nebenkosten und Zusatzleistungen
Neben den Hauptkosten können weitere Posten anfallen, etwa für:
- Übersetzungen bei internationalen Käufern
- Notar- und Registerkosten
- Reisekosten für Verhandlungen
- Beispiel: Der Verkauf eines Unternehmens an einen Käufer aus den USA verursacht 5.000 € zusätzliche Kosten für Übersetzungen und internationale Meetings.
Übersicht: Typische Kostenarten beim Unternehmensverkauf
- Grundhonorar des Beraters: 5.000 – 20.000 €
- Erfolgsabhängige Vergütung (3–10 % vom Kaufpreis)
- Steuerberaterkosten: 5.000 – 15.000 €
- Juristische Beratung: 10.000 – 30.000 €
- Unternehmensbewertung: 5.000 – 15.000 €
- Nebenkosten (Notar, Übersetzungen, Reisen): variabel
Die Kosten einer Unternehmensverkauf Beratung sind erheblich – können sich aber mehrfach auszahlen. Ein erfahrener Berater erzielt oft einen deutlich höheren Verkaufspreis, optimiert steuerliche Belastungen und sorgt für einen reibungslosen Ablauf.
Beispiel in Zahlen:
Ein Unternehmer wollte sein Unternehmen zunächst selbst verkaufen und kalkulierte einen Verkaufspreis von 3 Mio. €. Mit professioneller Beratung wurde schließlich ein Käufer gefunden, der 3,8 Mio. € zahlte. Nach Abzug aller Beratungskosten von 300.000 € blieb dem Verkäufer ein Netto-Mehrerlös von 500.000 €.
Das zeigt: Eine gute Beratung ist nicht nur ein Kostenfaktor – sie ist eine lohnende Investition.

